Kommunikation

Wie sag ich´s?

Jeder kennt das Sprichwort: „Der Ton macht die Musik“ und hat schon selbst erfahren, wie wirkungsvoll Worte (und dazugehörende Mimik und Gestik) sein können. Selbst Aussagen, die nicht bös-gemeint oder gedankenlos rausgeplappert waren, können unser Leben stark beeinflussen. Sie können ermutigen, motivieren, aber auch behindern und sogar lähmen!

Wer erinnert sich nicht, manchmal gern und manchmal mit Grauen, an Worte und Situationen aus der Kindheit, die bis ins hohe Alter noch ihre Wirkung haben.
Danke für die „beflügelnden“ Worte, dank derer wir an uns glauben und dies und jenes geschafft und erreicht haben!

Ein gewisser Dank gebührt aber auch den anderen Worten, denn auch die stellten sich manchmal als förderlich und hilfreich heraus. Wer kennt das nicht, dass wir darauf mit: „Das werden wir noch sehen.“, „Dir werd ich´s zeigen, dass ich es trotzdem schaffe!“ und „Jetzt erst recht!!!“ reagiert haben und daraus Energie und Motivation schöpfen konnten?

Ich will damit sagen, andere anzuklagen, die Verantwortung auf sie allein abzuwälzen, behindert nur uns selbst. Denn somit nehmen wir die Opferrolle ein und können nichts dafür, also können wir auch nichts ändern und sind bzw. bleiben der Spielball der anderen und deren Emotionen und Problemen.

Die Frage ist: Will ich, dass andere oder meine Vergangenheit weiterhin mein Leben und meine Zukunft bestimmen? Wenn es förderlich ist, ja gerne!
Aber: Wer oder was behindert oder lähmt mich und in welchem Bereich? Und - will ich DAS weiterhin?

Reden und Zuhören

Jeder hat seine eigene „Sprache“ und versteht bei gleichen Worten etwas anderes, weil aus eigenen Erfahrungen unterschiedliche Be-Deutungen und Anwendungen entstanden sind und sich meist relativ unbewusst eingeschlichen haben. So „hören“ wir auch oft etwas anderes, als gesagt wurde.

Beispiel: Wenn jemand sagt, er hätte keine Zeit, dann gehen wir meist davon aus, dass derjenige nicht will oder wir ihm nicht wichtig sind.
Wir haben oft erlebt, dass die meisten Menschen aus Höflichkeit oder um Auseinandersetzungen aus dem Weg zu gehen, anderes sagen und tun, als sie eigentlich wollen und meinen.
Also haben wir gelernt, solche „Floskeln“ oder „Lücken“ mit unseren Erfahrungen und Deutungen zu füllen.

Es ist tatsächlich die meist sinnvolle Aufgabe unseres Verstandes, fehlende Informationen zu ergänzen. Oft liegen wir damit richtig, aber manchmal auch total daneben. Und so „hören“ wir manchmal etwas ganz anderes, als gesagt wurde und diese Deutung bleibt in unserer Erinnerung, obwohl sich tatsächlich etwas anderes ereignet hat.
So entstehen viele Missverständnisse, die oft lange unerkannt bleiben.
 

Kommunikationstypen:
Es gibt 4 grundsätzliche Kommunikationstypen und natürlich sämtliche Kombinationen.
Der Visuelle (sehen)
Der Akustische (hören)
Der Kinetische (fühlen)
Der Didaktische (Logik)

Welche Tendenzen haben Sie? Welche Ihr Partner? Chef, Freunde etc?

Es ist „nur“ eine unterschiedliche Ausdrucksweise, aber sie kann wie eine Fremdsprache klingen.

Es hilft ungemein, sich SO ausdrücken zu können, dass der andere auch das hört und versteht, was man sagen will. Ebenso ist es wichtig, weitgehend das zu hören und verstehen, was der andere meint.
Nicht immer ganz leicht, aber erlernbar. :-)

Natürlich gibt es noch einiges, was man im Gespräch berücksichtigen kann und dabei hilft, es konstruktiv und mit einem positiven Abschluss zu führen.

Wie sag ich was? Kleines Beispiel–Tipp mit großer Wirkung zum Ausprobieren: 

Ich möchte Ihnen anhand eines kleinen Bei-Spiels zeigen, wie wichtig das WIE, die „richtigen“ Worte bei Gesprächen ist.

Bitte stellen Sie sich mal folgende Gespräche vor:

Wie hören und fühlen sich folgende Aussagen Ihres Partners an? Was denken Sie darüber?

A) „Wenn du die Strümpfe und die geilen Schuhe trägst, find ich das echt scharf!“ ….. und ….. „das macht eine gute Figur.“
Oder B): „Die Strümpfe und die Schuhe bringen deine wohlgeformten Beine so richtig zur Geltung, Du machst mich echt scharf!“ ….. und …. „das zeigt deine schöne Figur noch deutlicher!“

A) „Liebling, ich liebe es, wie du dich um mich und die Kinder/Haushalt sorgst. Das machst du echt toll!“
Oder B):  „Liebling, ich liebe Dich. Du kannst alles so super organisieren und unter einen Hut bringen, Beruf, Kinder, Haushalt und mich. Ich bewundere dich!“

Wie sind jetzt Ihre Gedanken und Gefühle? Lächeln Sie?

Durchaus löbliche und schöne Worte, gell?

Oder doch nicht alle?
Haben die ersten Aussagen nicht auch einen schalen Beigeschmack - im Vergleich?
Was ist da der Unterschied?

Dazu ein krasses Beispiel, um es klarer zu zeigen:

A) „Mit dem Fummel, kann man dich ja heute sogar anschauen!“
Oder B): „Wow, das Kleid zeigt so richtig deine wunderbare erotische Figur, da kann ich mich fast nicht zurückhalten. Deshalb schauen dir die anderen immer so hinterher!“

Beide Aussagen wollen im Prinzip das Gleiche sagen, ein Kompliment machen.
Aber bei den ersten Aussagen wird ein Objekt/Gegenstand oder eine Leistung gelobt. Die Anerkennung ist relativ losgelöst von der Person.
Bei den zweiten Aussagen schätzt man die Person und bringt seine Anerkennung/Liebe für die Person zum Ausdruck.

Ich hoffe, Sie konnten mit den Infos etwas anfangen und mögen evtl. das eine oder andere im nächsten Gespräch mal ausprobieren. :-)